Tag des Kindes 15.05.20

Pressemitteilung!

 

Kinderrechte sind Familienrechte!

 

Zum Internationalen Tag der Familie weist der Kinderschutzbund erneut auf die
drängende Notwendigkeit hin, die Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen.
In der Corona-Pandemie wird deutlich wie nie, dass die Rechte von Kindern keine
Priorität besitzen.
„Die Debatte um Lockerungen der Corona-Maßnahmen drehte sich neben der
Religions- und Versammlungsfreiheit sehr schnell vor allem um die Gewerbefreiheit. In
Baden-Württemberg gab es bereits zahlreiche gewerbliche Öffnungen, als es für die
Bildungs- und Betreuungseinrichtungen von Kindern noch keinen konkreten und
verlässlichen Plan gab. Erst nach heftigem Protest von Eltern und
Kinderschutzorganisationen gibt es nun etwas Bewegung,“ sagt die Geschäftsführerin
des DKSB Landesverbandes Baden-Württemberg e.V. Julia Wahnschaffe.

Kinder haben ein Recht auf Bildung, sie haben ein Recht auf Spielen und ein Recht auf
freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit. Diese Rechte spielen in der öffentlichen Debatte
kaum eine Rolle.
„Stattdessen werden die Kinderrechte in der Pandemie zur Privatsache der Familien
erklärt. Es bleibt nun den Eltern, vor allem den Müttern, überlassen, für die
Gewährleistung etwa des Rechts auf Bildung zu sorgen. Ich bin überzeugt: Stünden die
Kinderrechte schon heute im Grundgesetz, die Pandemiepläne hätten eine andere
Prioritätensetzung – zugunsten der Kinder und ihren Familien.

Nie wurde deutlicher, dass Kinderrechte Rechte gegen den Staat sind, nicht gegen die eigenen Eltern“, erklärt
Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers.
Die Große Koalition hatte sich im Koalitionsvertrag auf die Aufnahme von
Kinderrechten ins Grundgesetz verständigt. Sowohl Union als auch SPD hatten diese
Forderung in ihren Wahlprogrammen formuliert. Die Parteien brechen damit nicht nur
den Koalitionsvertrag, sondern auch ihre Wahlversprechen.

„Dass die Bundesregierung in dieser Frage keine weiteren Anstrengungen unternimmt, ist ein Armutszeugnis und
ein enttäuschendes Signal an die Familien in Deutschland,“ fügt Geschäftsführerin
Heike Reuter hinzu.

 

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